Brigadelok 99-0001
Den Eröffnungszug der Pioniereisenbahn am 1.Juni 1954 zog eine schon im Jahr 1918 von der
Lokfabrik Linke und Hoffmann unter der Fabrik-Nr. 1739 gebaute Dn2t Brigadelok, welche 2500-fach für die Heeresfeldbahnen von allen namhaften deutschen Lokomotivfabriken gebaut wurden.
Die militärischen Einheiten, welche diese Heeresfeldbahnen betrieben, hießen Eisenbahnbrigaden, woher sich die Bezeichnung Brigadelok herleitet.
Bei der deutschen Heeresfeldbahn trug sie die Nr. 2257. Weil der Krieg bei Auslieferung der Lok bereits zu Ende war, kam sie in ein Demobilisierungslager, da das weitere Bestehen von Eisenbahntruppen durch den Vertrag von Versailles untersagt war. Die hier versammelten Lokomotiven wurden allesamt an Fabriken, Landwirtschaft oder andere Eisenbahnverwaltungen frei verkauft.
Die Archive und Bibliotheken der Heeresverwaltung, so auch die Verkaufslisten der Demobilisierungslager, waren durch die interalliierte Kontrollkommission beschlagnahmt worden, sodass der Verbleib der Lok 1739 nach 1918/19 zurzeit nicht bekannt ist.
Belegt ist, dass unsere Lok im Jahr 1948 mit der Nr. 138 im Braunkohlenwerk (BKW) „Frieden“ in Halbendorf eingesetzt war. Als Werklok fuhr sie den Kohleverkehr zur Verladung zwischen den Mulden A und B und dem Bahnhof Halbendorf.
Bereits Anfang des Jahres 1954 kam sie in das RAW Cottbus, in dem sie in freiwilligen Arbeitsstunden für ihren Einsatz bei der entstehenden Pioniereisenbahn vorbereitet wurde. Hier fuhr sie dann unter der legendären DR-Nummer 99 0001, später Lok 01.
Dank der liebevollen Pflege durch ihr Stammpersonal ist die Lok auch heute noch einsatzbereit.
| ehemalige Betriebsnummer | 1739 |
| Hersteller | LHB Breslau |
| Baujahr |
1918 |
| Leistung | ca. 90 PS |
|
Geschwindigkeit
|
25 km/h |
| Antriebsart | Dampf - Kuppelstangen |
| Länge über Puffer (LüP) | 5,05 m |
| Gesamtgewicht | 10,2 t |
| Kohlevorrat |
0,8 t |
| Wasservorrat |
2 m³ |
| Zustand |
betriebsfähig |











