Spendenaktion für 99 3301 - Graf Arnim

Unsere älteste Dampflokomotive, gleichzeitig die älteste erhaltene Schmalspur-Schlepptenderlokomotive Mitteleuropas, ist seit dem Jahr 2008 nicht mehr fahrtüchtig. Doch es gibt Hoffnung für die betagte Dame auf den 600 mm breiten Gleisen, denn ihr soll mit Hilfe einer großen Spendenaktion wieder zu neuem Leben verholfen werden. Extra dafür wurde ein Spendenkonto für die 99 3301 eingerichtet und eine neue AGktie, die "Graf Arnim AGktie", erstellt (mehr dazu weiter unten). Nun ist es an der Zeit, erst einmal über die Ausgangslage und die Lok zu berichten.

Die Ausgangslage

Im Frühjahr 2007 konnten zwei neue Strahlpumpen auf der Lokomotive installiert werden, nach einigen Wochen war die Funktionstüchtigkeit hergestellt und es konnten umfangreiche erprobungen statt finden. Gut ein Jahr später zeigten sich starke Abzehrungen an der Stehbolzen der Feuerbüchse, sodass das Fahrzeug außer Betrieb genommen werden musste. Seit dem ist die Lok "Graf Arnim" abgestellt, außerdem mussten weitere Problemstellen am Kessel und der Dampfmaschine festgestellt werden.

Die Lokomotive

Im Jahre 1895 wurden bei der Firma Krauss in Linz zwei Schmalspurlokomotiven in 600 mm- Spurweite fertig gestellt, die für die gräflich Arnimsche Kleinbahn in Bad Muskau bestimmt waren. Die beiden dreiachsigen Lokomotiven sollten den Pferdebahnbetrieb in den Wäldern und Gruben im Muskauer Forst ablösen. Die Muskauer Waldeisenbahn erreichte in den späteren Jahren eine Netzausdehnung von fast 80 Kilometern, auf dehnen mehrere Brigadelokomotiven und andere Fahrzeuge im Einsatz waren. Die älteren Schmalspurlokomotiven wurden in den 20er Jahren zunehmend durch die vierachsigen Lokomotiven der ehemaligen Heeresfeldbahn ersetzt.

Unsere Lok, die auf den Namen „Graf Arnim“ hörte, erhielt in dieser Zeit einen Zusatztender mit Holzaufbau, um die Reichweite der Maschine zu erhöhen. Sie wurde hauptsächlich auf der südlichen Strecke nach Tzschelln eingesetzt und blieb dort auch nach der Stillegung des Streckenabschnittes in der Innenstadt von Weißwasser. Die Lokomotive überstand den 2. Weltkrieg und wurde im Jahre 1951 zusammen mit den anderen Maschinen der Deutschen Reichsbahn zugeordnet und erhielt die Betriebsnummer 99 3301. Stets war sie auf dem Inselnetz im Süden von Weißwasser im Einsatz, nur zum Aufenthalt in der Werkstatt in Krauschwitz und zu Schulungszwecken brachte man sie per Tieflader dorthin. In den Folgejahren wurden einige Veränderungen vorgenommen, so erhielt sie eine elektrische Lichtanlage.

Die Schwarze Lackierung hat sie vermutlich seit den 30er Jahren, im Lieferzustand war sie grün. 1966 wurde der Streckenabschnitt von Weißwasser Ost nach Ruhlmühle stillgelegt. Die Lokomotive blieb noch einige zeit im dortige Lokschuppen abgestellt. Die Stadt Cottbus hatte Interesse an der Lokomotive und erwarb 1969 das Fahrzeug für ihre Pioniereisenbahn. 99 3301 erhielt nochmals eine Grundüberholung in der Betriebswerkstatt Krauschwitz, bevor sie ab 1970 bei der Pioniereisenbahn Cottbus im Einsatz stand. Erst drei Jahre später ordnete man sie als Lok 04 in den Betriebspark ein. Die notwendigen Untersuchungen wurden anfangs noch vom Ausbesserungswerk in Stendal, später in RAW Görlitz vorgenommen. In den 70er Jahren wurde der Holzaufbau des Tenders durch eine Stahlkonstruktion ersetzt, die Kesselaufbauten wurden geringfügig verändert und neue Sicherheitsventile eingebaut. Größte Veränderung war die Verkürzung des Schornsteines, damit die Lokomotive die Straßenunterführung am Bahnhof Freundschaft passieren konnte. In den Jahren danach stand die Lokomotive regelmäßig im Einsatz, zum Teil in grüner und schwarzer Farbgebung. 1986 sorgte ein Kesselschaden für die vorläufige Abstellung der Maschine.

Die Stadt Cottbus konnte keine Mittel für die schnelle Reparatur aufbringen, dennoch wurde der Kessel von den Pioniereisenbahnern vom Fahrgestell abmontiert und Ende der 80er Jahre zur Reparatur nach Görlitz gebracht. Infolge der politischen Wende wurde nichts aus der Reparatur und die Lokomotive wurde wieder komplettiert. Als Cottbus den Zuschlag für die erste Bundesgartenschau 1995 erhielt, wurde auch die jetzige Parkeisenbahn großzügig in dieses Konzept mit eingebunden. Neben der Streckenerweiterung sollten auch beide Dampflokomotiven wieder aufgearbeitet werden. Noch Ende 1993 wurden Lok 01 und Lok 04 per Tieflader in die Hauptwerkstatt nach Benndorf gebracht, dort erhielten Sie eine komplette Hauptuntersuchung. Glücklicherweise konnte der Kessel der ehemaligen 99 3301 wieder betriebstüchtig hergerichtet werden, sodass das Fahrzeug seit 1995 wieder für den Betriebseinsatz zur Verfügung steht. Sie fuhr zusammen mit Lok 01 den Eröffnungszug am 21. März.

Die AGktien

Erwerben auch sie eine AGktie zum Erhalt und zur Aufarbeitung der Dampflok 99 3301!

Ob 10€, 20€, 50€, 100€ oder 500€, sogut wie alles ist möglich. Ob als Büroschmuck oder Geschenk zum Geburtstag, die AGktie ist für alle Anlässe geeignet.

Die AGktien sind an allen Bahnhöfen der Cottbuser Parkeisenbahn sowie im Onlineshop des Märkischen Boten erhältlich.

Ein Dankeschön auch an unsere Helfer

Die Theodor-Fontane-Oberschule in Cottbus-Sandow, ihres Zeichens Partnerschule der PE Cottbus, spendete den Erlös einer Tombola der Aufarbeitung der Dampflok. So konnten mit diesen ersten 452 EUR die 200.000 EUR teure Aufarbeitung in Angriff genommen. Vielen Dank für die große Unterstützung.

Am Sonntag den 14. Juni 2009 wurde dem Förderverein im Rahmen der alljährlichen deutschen Fanmeisterschaft des FC Energie Cottbus, 150 EUR aus dem Erlös einer Tombola durch Thomas Lange und Sven Fischer vom Fanprojekt Cottbus übereicht. Einen herzlichen Dank und alle Zeit - Sport Frei!

In der letzten Woche (29. KW) überreichten die Vattenfall-Kraftwerker 1006,50€ dem Förderverein der Parkeisenbahn für die Aufarbeitung der Dampflok 04. Die imense Summe konnte bei einer Betriebsversammlung zusammen getragen werden und wurde vom Betriebsratsvorsitzenden Wilfried Schreck und seinem Stellvertreter Klaus Happatz an Gabriele Kliesch übergeben. Die Kassenwärtin des Förderevereins freute sich sehr über die Spende, somit kommt man der Aufarbeitung der kleinen Lok wieder ein Stück näher. Wir Parkeisenbahner sagen Danke an die vielen Spender der Vattenfall Europe. Glück Auf!

Ende August 2009 eröffnete die Familie Förster ihr Toyota-Autohaus an der Saarbrücker Straße in Cottbus-Sachsendorf. Die Einnahmen aus der Eröffnungsveranstaltung wurden dem Förderverein der Parkeisenbahn vor einer Woche durch Familie Förster an die Parkeisenbahner übergeben. Insgesamt kamen 1300 EUR zusammen, wofür wir uns recht herzlich bedanken möchten. Die jungen Parkeisenbahner Adrian Bauch und Jan Krannich, sowie Vereinsvorsitzender Denis Kettlitz freuten sich über die große Summe und hoffen auf eine baldige Reparatur der Dampflok 04. Es bleibt zu hoffen, dass die in diesem Jahr begonnene Spendenaktion im nächsten Jahr ebenso einen guten Zuruf erlangt.

DANKE!

Städtisches Betreiberunternehmen:

Unsere Förderer sind:







Fachbereich 51 - Jugend,

Schule und Sport







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